Als Scanner gedeckelt und „gelebt werden“

Als Scanner gedeckelt und „gelebt werden“
  • Lesedauer:4 Minuten zum Lesen
  • Beitrags-Kategorie:Edition No. 1
  • Beitrag veröffentlicht:17. Oktober 2020

Vom “gelebt werden” als Scanner zur Mentorin für Sichtbarkeit

Das kleine Mädchen schaute mit großen braunen Augen neugierig in die Welt. Wow, alles interessant hier, so viel zu entdecken und zu erforschen, was für ein Abenteuer!
Nein. Das darfst Du nicht.. Lass das. Das macht man doch nicht…. hörte sie ganz oft.

Warum Mama?
Warum Papa?
Warum? Warum?

 

Das Mädchen war ich und diesen Drang, alles zu hinterfragen, hatte ich schon immer.

Ich wuchs in den 70er Jahren in der DDR auf und dazu wurde ich in ein streng religiöses Elternhaus, in eine Sekte, hineingeboren.

Meine Kindheit war geprägt von diesen beiden totalitären Systemen, in denen jedes Abweichen von der Norm und kritisches Hinterfragen absolut unerwünscht waren. Ich spürte, hier gehöre ich nicht hin. Aber hier war ich gelandet. Hier wo jeder gleich zu sein hatte.

Früh lernte ich, dass es besser ist, NICHTS zu sagen, als das Falsche zu sagen. Bloß nicht auffallen.
Sei besser still.
Hinterfrage nicht kritisch.
Sage, was andere hören wollen.
Behalte Deine Meinung lieber für dich.
Eine andere Meinung haben kann böse enden.
In der DDR durchaus im Gefängnis.

So wurde aus dem lebenslustigen Kind eine graue Maus. Ich wurde gelebt. Als Scanner unter Verschluss. Und keine Ahnung wie ich da raus kommen sollte. Kannst du Dir vorstellen wie sich das anfühlte?

Selbst Abitur und Studium waren für mich trotz 1er Schnitt in der Schule nicht möglich. Diese Möglichkeiten waren den politisch Vorbildlichen bzw. denen die es vorgaben zu sein, vorbehalten. Die Berufswahl war keine wirkliche Wahl, es gab 2-3 Möglichkeiten. Da mich so vieles interessierte, wusste ich eh nicht, was ich werden wollte, lernte ich Sekretärin. Ich heiratete sehr früh mit 18 und bekam 2 Kinder. Unsere Familie war unsere eigene, heile Welt.

Doch tief in mir drin war immer diese große Sehnsucht nach Freiheit, Weite, Entfaltung, Entdecken, Ausprobieren und LEBEN. So richtig selbst leben! Er-Leben.

Die politische Wende war meine bzw. unsere Befreiung aus beiden Systemen! Endlich raus, raus aus der DDR, raus aus der Sekte, endlich Reisen, endlich eigene Pläne verwirklichen. Meinen Töchtern, die beide noch in der DDR geboren wurden, ein freies Leben ermöglichen. Das war mein größter Antrieb.

Jetzt hatte ich auch die Möglichkeit, mich weiterzubilden, zu reisen, Seminare zu besuchen und Ausbildungen zu machen und das nutzte ich querbeet. Als dann Ende der 90er Jahre noch das Internet so nach und nach nutzbar war, war ich endlich im Scanner-Paradies angekommen.

Doch meine “Programmierungen” und Ängste saßen tief. Es hat viel Arbeit an mir selbst gebraucht, bis ich zu mir stehen konnte und mir Stück für Stück wieder erlauben konnte, ich selbst zu sein.

Heute stehe ich auf für Frauen, die ein riesiges Potential haben, doch sich aus unterschiedlichsten Gründen noch deckeln!

Es ist mir ein Herzensbedürfnis, diesen Frauen zu sagen wie Großartig sie in Wahrheit sind und Ihnen Mut zu machen und auf ihrem Weg zu begleiten.
Zeigt euch mit eurer Einzigartigkeit, geht raus mit dem was ihr zu sagen und zu geben habt, ihr seid ein Geschenk für die Welt und für eure Kunden.
Egal wo du herkommst und egal was du erlebt hast, denke immer daran:

Es ist nie zu spät für ein glückliches Scanner-Leben 🙂

Sabine Reichert

Sichtbarkeits-Coach für Frauen, die ein riesiges Potential haben, doch sich aus unterschiedlichsten Gründen noch deckeln. Zusammen mit meiner Geschäftspartnerin helfen wir diesen großartigen Frauen in tiefe Selbstliebe zu kommen und sich ein Business aufzubauen, was sie finanziell trägt und von Herzen erfüllt.

www.sabine-reichert.de

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