Mütter – eine Bemerkung von ihnen und wir sind wieder Kleinkind…

Mütter – eine Bemerkung von ihnen und wir sind wieder Kleinkind…

…Scannerinnen haben es nochmal schwerer, oder?

„Was, Du fängst schon wieder was Neues an?“
„Das ist aber schade, dass Du das andere nicht mehr machst!“
„Man muss doch auch mal Dinge zu Ende bringen!“
„Heute hüh und morgen hott! So geht das doch nicht!“
„Und Du willst Dich selbstständig machen? Kannst Du denn davon leben?“

Kommt Dir bekannt vor? Fallen Dir noch mehr solcher Fragen Deiner Mutter ein, die Du liebst, weil sie Dich so aufbauen ;)?

Bestimmt hast Du viele Geschichten auf Lager von Dir und Deiner Mutter, die sich zuverlässig wiederholen, und sicher kannst Du von Gefühlsachterbahnen erzählen, die Deine Mutter durch simple Bemerkungen oder Gesten in Dir auslöst. Das kennst Du so gut! Klar erlebst Du das auch mit anderen Menschen, aber bei der Mutter geht es meist ums Eingemachte, um tiefste Gefühle.

Leider weißt Du nicht, wie Du damit umgehen sollst, Du hättest sie so gern anders – aber wie? Sie versteht es einfach nicht, sie versteht Dich nicht 😉

Eventuell hast Du schon soviel probiert, so viel „gelöst“ und doch ist es kaum besser geworden. Vielleicht hast Du sogar entschieden, Dich ganz zu trennen von Deiner Mutter, weil es so einfach friedvoller für Dich und Deine Familie ist.

Warum ist es gerade mit der Mutter so emotional? Warum kann sie uns mit einem Fingerschnips, mit einer einzigen Bemerkung in emotionale Extremzustände katapultieren? Uns dazu bringen, uns wieder wie 4jährige zu fühlen? Das passiert erfolgreichen, nach außen sehr selbstbewussten Töchtern genauso wie solchen, die es nicht über diese Emotionen hinweg schaffen. Die einen ziehen vielleicht eine starke Motivation aus der fehlenden Mutter/ aus dem „Feindbild Mutter“, die anderen lassen sich davon lähmen. Natürlich gibt es dazwischen viele Nuancen. Und mit dem Begriff „Nuancen“ können wir als Scanner sicher einiges anfangen. Wir kennen kein Schwarz/Weiß, wir kennen alle Zwischentöne, alle Optionen. Und genauso gibt es viele Facetten in Bezug auf die Beziehung zwischen Tochter und Mutter. Emotional sind sie alle und das hat einen Grund. Wir glauben, dass eine Mutter so und so sein SOLLTE, dies und jenes tun SOLLTE usw. Unsere Forderungen und Erwartungen an sie, unsere kindlichen (weil unerfüllten) Bedürfnisse machen es kompliziert.

Außerdem ist sie eine Frau, unsere allererste Vorbild-Frau. Da ergeben sich automatisch Reibungspunkte. Und Themen in Bezug auf das Frau-Sein gibt es genügend aufzuarbeiten. Bis heute werden Frauen unterdrückt, unterdrücken Frauen sich selbst und ihre Töchter, unbewusst. Doch wir Töchter heute haben alle Möglichkeiten und Freiheiten, um dies endlich zu ändern. Jetzt ist die Zeit reif dafür!
Was ist nun besonders an der Beziehung zwischen einer Scanner-Tochter und ihrer Mutter?

Ein Scanner-Kind ist toll – es hat viele Ideen, kann sich super mit sich selbst beschäftigen, andere inspirieren und begeistern. Es ist zartfühlend, mitfühlend und kennt kaum Langeweile. Wenn es das ausleben darf und richtig gelenkt wird – super. Wenn es hier Bestätigung bekommt von der Mama – alles gut! Eine Mutter, die selbst stark und emotional versorgt ist, kann auch für ihr Kind vollkommen da sein – vor allem auf emotionaler Ebene.

Im schlechteren Fall hat die Mutter selbst unerfüllte Bedürfnisse, hat sie in ihrer Kindheit wenig emotionale Zustimmung und Zuwendung erfahren. Dies versucht sie später durch ihren Partner oder ihre Kinder zu ersetzen. Somit wird dem Kind eine Rolle zugeteilt, unbewusst, die es gar nicht ausfüllen kann und die es zwangsläufig überfordert.

Ein Kind weiß das jedoch nicht und versucht alles, um der Mutter gerecht zu werden. Schon im Mutterleib beginnt es, seine Antennen nach der Mutter zu richten und sich ihr anzupassen. Warum? Um sich sicher und geborgen zu fühlen, das ist überlebenswichtig. Schon hier entstehen die ersten Glaubenssätze, die ihm später
das Leben schwer machen und die Beziehung zur Mutter angespannt.

Als Erwachsene bist Du nicht mehr bedingungslos bereit, Deiner Mutter gerecht zu werden. Jetzt siehst Du die Dinge kritischer. Du wehrst dich, entwickelst Strategien, womöglich eine eigene Familie, in der Du alles besser zu machen versuchst, aber Du hast nicht wirklich eine Lösung, fühlst Dich vielmehr Deinen Emotionen jedes mal ausgeliefert, sobald Mutter in der Nähe ist.

Eine bedürftige Mutter ist selbst zum Teil noch Kind. Die Mutter ist ja auch Tochter, war selbst Kind. Anteile von ihr konnte sie nicht leben und erleben, Gefühle nicht fühlen/verarbeiten und damit blieben sie unbefriedigt. Die eigenen Bedürfnisse werden auf das Kind projiziert, so dass sein wahres Wesen verdeckt, unterdrückt wird. Vor allem für Scanner-Kinder ist es fatal, wenn es nicht es selbst sein kann, als ein eigenständiges Wesen gefördert, geliebt und wahrgenommen wird. Von Natur aus schon sehr „anpassungsfähig“ und feinfühlig, fällt es ihm mit einer Mutter, die seine Antennen für sich beansprucht, um so schwerer, sich selbst zu erkennen, seine eigenen Bedürfnisse überhaupt erstmal zu fühlen und wahrzunehmen, und dann auch zu erlauben. Das war in der Kindheit nicht erwünscht, wurde gar als „gefährlich“ eingestuft (z.B. Wut, Angst, Vertrauen).

Eine der großen Herausforderungen für eine Scanner-Tochter ist somit, die eigenen Bedürfnisse und Wünsche zu fühlen und sich abzugrenzen nach außen und innen. Das ist auch das erste, was ich in meinen Coachings mache: Abgrenzung von der Mutter und damit allgemein. Die Beziehung zur Mutter ist die erste und prägendste.

Weniger Warum und viel mehr Spaß

Den vielseitig talentierten Scanner-Queens fehlt auch oft der Fokus, die Disziplin :). Denn sie brauchen immer Neues und wissen ihr Können gar nicht zu wertschätzen. Es fällt ihnen eben leicht und sie haben noch so viele andere Talente auf Lager. Da ist eine liebevolle, verständnisvolle Mutter wichtig, die sie lenkt, bestätigt, fördert und belohnt. Und dabei sollte nicht die Leistung im Vordergrund stehen, sondern vor allem die Freude am Tun. Das ist etwas, was sie verlernt haben: die pure Freude, den Spaß – das „Einfach so“. Das Tun sollte in erster Linie für einen selbst sein – aus purer Freude entstehen.

Wenn ich jedoch durch meine Mutter lerne, dass ich mit meinem Tun vor allem ihre Bedürfnisse befriedige oder nur Anerkennung bekomme, wenn ich z.B. die Beste bin, dann kann ich später kaum wahre Freude daran empfinden. Denn ich habe das Gefühl, es ist nur für andere, damit die happy sind und gar nicht für mich.

 

Was ist die Lösung?

Lass Deine Mama los und gib Dir selbst endlich all das, was Du von ihr vermisst. Dann ändert sich auch Eure Beziehung. Ihre Bemerkungen haben keine Wirkung mehr auf dich, denn Du gehst nicht mehr in Resonanz damit, weil Du in Dir aufgeräumt hast. Ändere Deine eigene Frequenz und Du empfängst ganz andere Botschaften, auch von ihr.

Und: sei Du diejenige, die vorangeht, die ihr Vorbild ist, sie heilt. Denn glaube mir, jede Mutter liebt ihre Tochter – über alles! Natürlich hat die Mutter ihr eigenes Leben, ihre eigenen Probleme. Für Dich geht Dich darum, Dich davon abzugrenzen und Deinen eigenen Raum zu kreieren – Im Weg ist nur Deine eigene Angst, die eigenen Glaubenssätze und Stories, die Du Dir über Dich erzählst.

Mach Dich auf und erfülle Dir selbst Deine Herzenswünsche! Und der Frieden mit Mama folgt.

Gesine Gammert

Gesine Gammert hat sich dem Thema „Tochter-Mutter-Beziehung“ verschrieben. Ihre Mission ist nicht weniger als die Befreiung der Tochter von allen Geboten und Verboten, Ansichten und Grundsätzen, die seit Jahrhunderten von Mutter auf Tochter übertragen werden. Stattdessen soll wieder die eigene weibliche Urkraft entfacht werden! Parallel untersucht sie all das Belastende, das offen oder unterschwellig zwischen beiden Frauen steht und warum gerade die Gefühle gegenüber der Mutter so einflussreich und intensiv sind. 

www.gesinegammert.com

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